MERANER HÖHENWEG MIT HUND TAG 6

Tag 6
Von Matatz nach vernuer

Krusterhof (1052 m) – Gasthaus Brunner (1100 m)

zurückgelegte Kilometer

Höhenmeter

Stunden aktive Laufzeit

Über dem Passertal

Tag 6 – vor uns liegt eine Art Erholungsetappe. Nach den 20 Kilometern von gestern und dem anstrengenden Aufstieg zum Oberkaser, den wir für morgen geplant haben, lassen wir es heute äußerst ruhig angehen.    

Das bedeutet nicht, dass heute keine Höhenmeter anstehen, aber irgendwie fallen sie weit weniger ins Gewicht, als an den anderen Tagen. Wir hatten allerdings eine etwas unruhige Nacht, die mir den ein oder anderen zweifelbehafteten Gedanken ins Gehirn gezaubert hat, ob ich uns mit der Tour morgen nicht doch zu viel zugemutet habe, denn die dann anstehenden Höhenmeter in der uns zur Verfügung stehenden Zeit, erscheinen mir plötzlich als gewagt.

Doch ein ausgezeichnetes Frühstück auf dem Krusterhof bei der äußerst gastfreundlichen Familie Bortolotti und ein offenes Gespräch, ob wir uns das zutrauen sollen, lassen die Zweifel schnell verfliegen. Schließlich sind wir genau deshalb hier und die Spronser Seen waren von Anfang an ein ganz zentrales Ziel dieser Reise. Also treten wir entspannt unseren gefühlten „Day Off“ an.

Wir verabschieden uns von unserem grandiosen Panoramabalkon und starten bei ganz hervorragendendem Wetter von Mattatz aus in südlicher Richtung. Das Gewitter gestern Abend hat zur Folge, dass die von Ferne so sanft aussehenden Bergwiesen noch einmal saftiger und lebendiger wirken als zuvor. 

Wir bewegen uns immer ungefähr zwischen 1000 und 1150 Höhenmetern, jedoch bleibt der Weg dabei sehr selten auf einer Höhe. 

Der Weg ist durchaus abwechslungsreich und führt bis auf ganz wenige asphaltierte Passagen, die die hochgelegenen Höfe mit dem sich linkerhand stets in Sichtweite befindlichen Passertal verbinden, auf schmalen Pfaden durch sonnige Wiesen und lauschige Wälder. Sehr zu unserer, aber auch zu Friedas Freude fehlt es auch auf dieser Etappe nicht an Wasser. Immer wieder queren wir kleine Bäche, die sich an der ein oder anderen Stelle auch schon einmal zu perfekten, kleinen Hundebadeseen sammeln, bevor sie sich weiter ins Tal in Richtung Passer stürzen. Die Passer entsteht unterhalb des Timmelsjochs (2474 m) aus dem Zusammenfluss mehrerer Quelbäche und fließt nach 42,6 km in Meran in die Etsch, den mit 415 km zweitlängsten Fluss Italiens. Die Bilder hier sind am Kalmbach entstanden, der sich hier bereits einen langen Weg von unterhalb der Schwarzkopfs (2805 m) gegönnt hat. Unterhalb jenes Berges übrigens, auf dessen entgegengesetzter Seite wir morgen Abend nächtigen werden. Auch heute treffen wir insgesamt auf sehr wenig Wanderer, was in diesem Jahr aber insgesamt üblich sein sollte.

Der Weg ist kurz, also lassen wir uns alle Zeit der Welt, verweilen am Wasser, schmeißen Frieda ein paar Stöckchen und reden viel darüber, dass der Weg morgen von einem ganz anderen Kaliber sein wird. Ganz unserem Tempo entsprechend, ist uns nach einer kleiner Rast mit einem leckeren Snack.

Nachdem sich die erste, von uns anvisierte Gelegenheit, der Berggasthof Magdfeld im winzigen Dörfchen Magdfeld, als geschlossen herausstellt, finden wir etwas Oberhalb des eigentlichen Weges die noch viel winzigere Hofschenke Alpenland. Hier gibt es auf einer kleinen, urigen Terrasse neben kühlen Getränken zum Beispiel einen ganz hervorragenden Kaiserschmarren – aber auch massig Wespen, denen wir aus ganz eigennützigen Gründen dann auch ihren Teil davon abgeben.     

Ohne jeden Stress – trotz des auch für diesen Abend angekündigten Gewitters – kommen wir am frühen Nachmittag an unserem Tagesziel an, dem Gasthof Brunner bei Familie Hofer, dessen Betreiber ein super sympathischer, älterer Herr ist, der zudem in der Lage ist, großartige Schnitzel zuzubereiten. Etwas, das uns an diesem Abend so unglaublich gut gefällt, dass wir jeder zwei Portionen bestellen. Muss auch mal sein. 

Der Gasthof selbst liegt wieder einmal in einer exponierten Lage, direkt am Hang mit beeindruckendem Fernblick ins Passertal und auf die dieses auf der Nord- und Ostseite umgebenden Gipfel, wie z. B. Honigspitz (2698 m), Grünangerjoch (2428. m) oder einen der bereits von hier schon sichtbaren Hausberge Merans, den imposanten Ifinger (2581 m). 

 

Wir essen und trinken gut und reichlich, genießen das eindrucksvolle, wolkenreiche Schauspiel von unserem Balkon aus und kuscheln uns dann in unser letztes „normales“ Bett auf dieser Reise und bereiten uns mental auf morgen vor.

PREISE 2020:

Ein Doppelzimmer mit Dusche und Frühstück kostet im Gasthof Brunner 76,- €. Der Hund wird mit 6,- € berechnet. Abends kann man im hauseigenen Restaurant sehr lecker essen. 

reschensee
wasserfall partschins
tag 1

FAZIT:

Diese Etappe ist von der Anstrengung her, die Höhenmeter betreffend, gar nicht so ohne, aber dank der kurzen Distanz und einer gefälligen Landschaft, merkt man das gar nicht so sehr. Das war vielleicht die Etappe, bei der sich die vorherrschende Landschaft am wenigstens verändert hat. 

HIER SIND DIE SHORT-LINKS ZU DEN EINZELNEN KAPITELN

Bisher hier online: Tag 1 – 7. Die restlichen Tage erscheinen sukzessive.

Giggelberg – Pirchhof

Pirchhof – Untervernatschhof

Untervernatschhof – Eishof

Eishof – Zeppichl

Zeppichl – Krusterhof

Krusterhof – Gasthaus Brunner

Gasthaus Brunner – Oberkaseralm

Rundweg Spronser Seen

Oberkaseralm – Partschins

Chillen