MERANER HÖHENWEG

Tag 2
Vom Pirchhof zum Untervernatschhof

  Pirchhof (1445 m), Naturnser Sonnenberg – Hofschank Wald (1505 m) – Untervernatschhof (1500 m), Katharinaberg   

zurückgelegte Kilometer

Höhenmeter

Stunden aktive Laufzeit

Die Entdeckung der Hauswurst

Auf der zweiten Etappe ist angenehmes Laufen durch Wiesen und Wälder angesagt.

Große, tief hängende Wolkenberge verweisen am Morgen noch eindrucksvoll auf das Trockengewitter des Vorabends, und bieten die ebenso eindrucksvolle Kulisse für unseren zweiten Tag.

Nach einer schwülen Nacht im alten Bauernhaus und einem nächtlichen Ausflug über den stockdunklen Hof bei Handylampe, da Frieda meinte, dass sie noch einmal raus muss, was ansonsten NIEMALS ihre Art ist, genießen wir das reichhaltige und richtig gute Frühstück auf dem Pirchhof, bestehend abermals aus zumeist selbst hergestellten Lebensmitteln, mit einem erstklassigen Kaffee und einem klasse Kakao. Kann man wirklich nur wärmstens empfehlen.    

Der Weg, der uns heute erwartet, ist erneut bewusst kurz gewählt und verspricht nicht allzu viel Anstrengung. Wir gehen recht mühelos an der Süd-West-Flanke der Texelgruppe über zumeist schmale und entspannt zu gehende Wege. Es geht über eine Hängebrücke, vorbei an vielen Möglichkeiten zur Einkehr, wie dem Galmeinhof oder dem Linthof, nahe der Seilbahn Unterstell, einer weiteren guten Einstiegsmöglichkeit auf den Weg.

Das Wetter ist erwartet warm und schwül und da wir uns heute, wie gestern auch, noch permanent auf etwa 1500 Höhenmetern bewegen, läuft uns der Schweiß nur so überall herunter.  Frieda macht ihre Sache ziemlich gut und kann hier, bis auf die Stellen, an denen der Weg den ein oder anderen Hof kreuzt, fast überall frei laufen. Sie läuft ohnehin nur bis zur nächsten Wegbiegung, schaut neugierig nach, was da so auf uns zukommt und kommt dann zu uns zurück. 

Auch hier, wo wir unsere Wanderstöcke noch nicht wirklich einsetzen, zeigt sich bereits, dass es eine sehr gute Idee war, die neueste GoPro Hero 8 zu besorgen, die man – und das ist echt so abgefahren wie praktisch – per Stimme steuern kann und so die Hände frei hat. Das soll keine große Werbung sein, das Gerät hat uns aber schlicht überzeugt.

Auf dieser zweiten Etappe begegnen wir zwar durchaus dem ein oder anderen Wanderer, wenn ich das allerdings mit den vergangenen Jahren vergleiche, ist hier rein gar nichts los. 

 

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Linthof (1473 m) auf dem Naturnser Sonnenberg über Unterstell, zwecks Getränkeaufnahme, setzen wir unseren Weg ansteigend fort und sind froh über jedes Waldstück, dass uns ein wenig aus der Hitze nimmt. Gegen Mittag, nun bereits am Anfang der Westflanke über dem Eingang zum Schnalstal, treffen wir im Hofschank Wald (1505 m) ein und genießen die sehr nette Bewirtung sowie eine doppelte Portion Hauswurst – die bislang beste auf dem Weg – und eine großartige Käsejause. Auch hier unsere absolute Einkehrempfehlung. Überhaupt ist dieser Weg, wie in Südtirol aber generell nicht anders zu erwarten, gesäumt von unzähligen Möglichkeiten ganz hervorragend zu essen. Dazu wird es hier später noch einen Extra-Anhang zu diesem Blog geben. 

Wie immer nach dem Essen ein wenig zu träge, schleppen wir uns weiter in Richtung unserer heutigen Bleibe, dem Untervernatschhof und kommen vorher noch in einer kleinen Talsenke über den eiskalten Perflerbach, der in einer steilen Abfahrt in Richtung Schnalserbach sprudelt. Eine weitere willkommene Abkühlung. Auch hier zeigt sich wieder, normalerweise ist auch hier für Hunde überall frisches Wasser am Weg zu finden. Dennoch schleppe ich natürlich meine 1,5 Liter Hundewasserflasche brav mit mir herum. 

Hatten wir Stromjunkies ja in der letzten Nacht im altehrwürdigen Teil des Pichhofs durchaus so unsere liebe Mühe, unsere Endgeräte aufzuladen, so mussten wir bei der Ankunft im Untervernatschhof, dessen uriges, altes Bauernhaus, in dem wir untergebracht waren, im Jahre 1248 erstmal urkundlich erwähnt wurde, feststellen, dass es in diesem niedrigdeckigen Zimmer rein gar keine Steckdose gab.

Nach einem kurzen Panikanfall fassten wir uns wieder und genossen den Aufenthalt mit liebevoller Verpflegung am Abend extrem. Die hochbetagte Mutter des Bauerns, den man gut und gerne als echtes Original mit trockenem Humor bezeichnen kann, leitet quasi die Küche und man wird superb bekocht, entweder in der Stube oder – wie wir – auf dem Balkon mit der Aussicht auf die hohen Berge des Schnalstales. Das sich an diesem Abend wieder anbahnende Gewitter zeichnet zudem imposante Farben in den dramatisch wolkigen, von Blitzen durchzuckten Himmel.

TIPP:
Abgesehen davon, dass die Unterkunft selbst und die Waschräume sehr sauber sind, ist es auch wirklich urig hier zu übernachten. Und man spart sich am nächsten Morgen den Aufstieg zum Meraner Höhenweg gegenüber denen, die in Katharinaberg übernachten, was deutlich unterhalb des Untervernatschhofs liegt. 

 

reschensee
wasserfall partschins
tag 1

FAZIT:

Im Nachhinein war dies die Etappe der Tour, die am wenigsten anstrengend war. Moderate Höhenunterschiede, viel Wasser am Weg und insgesamt sehr entspannend zu gehen. Das sollte dann später durchaus noch anders werden. Man hat die ganze Zeit über wundervolle Aussichten in die jeweiligen Täler. Zunächst in den Vinschgau, später dann ins Schnalstal. 

HIER SIND DIE SHORT-LINKS ZU DEN EINZELNEN KAPITELN

Bisher hier online: Tag 1 – 3. Die restlichen Tage erscheinen sukzessive.

Giggelberg – Pirchhof

Pirchhof – Untervernatschhof

Untervernatschhof – Eishof

Eishof – Zeppichl

Zeppichl – Krusterhof

Krusterhof – Gasthaus Brunner

Gasthaus Brunner – Oberkaseralm

Rundweg Spronser Seen

Oberkaseralm – Partschins

Chillen