HEIMATSPUR WASSERFALL
ERLEBNISROUTE SÜDEIFEL

Ausgezeichnet als „Deutschlands schönster Wanderweg 2023“

HEIMATSPUR WASSERFALL
ERLEBNISROUTE SÜDEIFEL

Ausgezeichnet als „Deutschlands schönster Wanderweg 2023“

Eine anspruchsvolle 14 KM lange Wanderung zwischen Bad Bertrich und Kennfus in der Südeifel

Eine anspruchsvolle 14 KM lange Wanderung zwischen Bad Bertrich und Kennfus in der Südeifel

470 spannende Höhenmeter für Erwachsene, Kinder und Hunde

Schönheit liegt ja immer im Auge des Bewandernden, daher wollten wir uns persönlich davon überzeugen, was denn den Rundweg ab Bad Bertrich zu „Deutschlands schönstem Wanderweg 2023“ qualifiziert und ob diese Auszeichnung gerechtfertigt ist.
Die reine Existenz dieses Reiseblogs ist natürlich bereits ein wenig subtiler Spoiler, daher könnt Ihr Euch die Antwort auf die Eingangsfrage bereits denken.

14 KM

4,5 Std.

470 HM

schwer

Polperro Cornwall
Polperro Cornwall
Polperro Cornwall
Polperro Cornwall

Jahreszeit & Wetter

Der Wald blüht in allen Farben
Wir waren Ende April auf dem Weg und konnten Zeugen einer bereits erwachten und in voller Blüte stehenden Natur werden. Ohne die anderen Jahreszeiten vor Ort zu kennen, würde ich eine Wanderung zwischen Ende April und Ende Mai empfehlen.  

Ob es der allerorten in strahlendem Gelb erblühende Ginster ist, den man wirklich überall im Wald in großen Mengen bewundern kann oder die diversen kleinen weißen, gelben, blauen und lila Blüten zwischen den Bäumen des dicht bewachsenen Waldbodens, der Frühling lässt einem – gerade bei sonnigem Wetter – den Mund permanent aufstehen, ob der opulenten Blütenpracht.

Generell kann man den Weg sicherlich bei jedem Wetter gehen. Man sollte aber wissen, dass der kurze, aber steile Anstieg zum wegnamensgebenden Wasserfall bereits bei gemäßigter Feuchtigkeit extrem rutschig und glatt wird. Des weiteren gibt es Wegabschnitte, die bei stärkerem Regen höchstwahrscheinlich sehr matschig werden können. Das ist nicht schlimm, aber man sollte darauf vorbereitet sein.

Parken & Starten

Bad Bertrich

Man kann gewiss an unterschiedlichen Orten in den Weg einsteigen, aber Bad Betrich ist für mich schon der beste Ort. Hier startet man entweder – wie wir – am Parkhaus gegenüber der Touristen-Information (mit A auf der Karte gekennzeichnet) oder am Parkplatz Ost neben dem Schwanenteich. So oder so, man kann an beiden Orten im Falle des Anreisens mit dem eigenen Wagen gut den ganzen Tag über parken.

Wir starten in Bad Bertrich, Parkhaus (A)

reiseroute

Das Zeichen

Folgt dem Wasserfall! Der gesamte Weg ist wirklich gut und reichlich ausgezeichnet mit dem Logo der Wasserfall-Erlebnisroute. Es gab nur einen einzigen Teilabschnitt im letzten Fünftel der Route, an dem wir uns kurz orientieren mussten, weil das Zeichen mal nicht sofort ins Auge fiel.

Die Höhenmeter

An der Länge des Weges gemessen, macht man hier schon einiges an Höhenmetern. Ich denke, hier liegt auch begründet, dass der Weg unter die Kategorie schwerfällt. Gerade nach dem kurzen, aber steilen Anstieg vom Erdenbach zum namensgebenden Wasserfall denkt man, dass man hiermit den größten Anstieg bereits bewältigt hätte (hier in der Grafik ca. nach Kilometer 6) – dem ist nicht so. Im Grunde geht es nun erst so richtig los.

Ein Tipp vorab: 
Nehmt Euch Proviant mit

Zwar gibt es auf dem Weg einen gewissen Mangel an Einkehrmöglichkeiten, dafür jedoch umso mehr schöne Ecken, an denen es sich lohnt, ein bisschen zu verweilen und die Zeit für ein kleines Picknick zu verwenden. 

Natürlich könnt Ihr auch einfach „durchziehen“ und Eure Tour abschließend mit einem Essen am Start- und Zielpunkt Bad Bertrich krönen. Allerdings schadet es nicht, sich unterwegs die eine oder andere Kalorie zuzuführen und warum soll man das in Hektik beim Laufen machen, wenn es zum Beispiel am Fuße des kleinen Aufstiegs zum Wasserfall neben dem Bach einen perfekten Picknicktisch gibt. Und das ist nur einer von vielen schönen Orten zum Energie tanken.

Ausreichend Wasser für Hund und Mensch mitzunehmen versteht sich eigentlich von selbst, dennoch möchte ich nicht versäumen, an dieser Stelle noch einmal darauf hinzuweisen. Zusätzlich finden Hunde hier und dort auch die Möglichkeit ihren Durst am Bach zu stillen.

Etappe 1 – Start in Bad Bertrich

Durch die Fußgängerzone in den blühenden Wald

Wir parken im Parkhaus von Bad Bertrich und durchqueren das kleine, charmante Städtchen über die Fußgängerzone der Kurfürstenstraße von Westen nach Osten, vorbei am Alleengarten des kurfürstlichen Schlösschens (der Sommerresidenz von Kurfürst Clemens Wenzeslaus, dem letzten Kurfürsten von Trier), so manchem Restaurant und dem Foto- und Filmmuseum. Die Straße macht einen Knick am Bertricher Hof und führt uns, vorbei an der zweiten Parkmöglichkeit, dem großen Parkplatz am Schwanenweiher, bis zum ersten Aufstieg.

the three pilchards

Bad Bertrich im Üßbachtal ist ein sogenanntes Staastbad und Kurort und so nimmt man das idyllische Dörfchen mit seinen gut 1.000 Einwohner*innen, umgeben von bewaldeten Hügeln, auch wahr. Man merkt, dass das Örtchen zum Großtel vom Tourismus lebt und es bieten sich viele Möglichkeiten zu Speis und Trank. Aber das ist für uns noch zu früh, wir beginnen den Tag ja schließlich erst.

Südlich des Schwanenweihers bringt uns ein schmaler Waldweg mit mehreren zackigen Kehren auf eine erste luftige Höhe.

Der Weg führt inmitten eines hellen und sonnendurchfluteten Eichenwaldes über einen schmalen Grat, der Aussichten sowohl zurück nach Bad Betrich, als auch auf die andere Talseite ermöglicht. Bereits auf den ersten Metern des Weges fällt uns die enorme Blütenpracht ins Auge, die sich im Wald überall zeigt. Gelbe Ginster soweit das Auge reicht, ergänzt von kleinen weißen und gelben Blüten des üppigen Bodenbewuchses.

Nach 1,8 Kilometern biegt zur Rechten ein zusätzlicher, optionaler Weg ab, der uns zur Schinderhanneshöhle locken möchte, dem wir allerdings nur bis zu einer schön gelegenen Bank folgen, an der wir zwei Wandernde treffen, die uns berichten, dass es dann doch nicht sooo das Highlight wäre und man sich den Weg getrost sparen könne. Nach einer kleinen Online-Recherche sehen wir das ähnlich und kehren zurück auf unseren Hauptweg und folgen diesem in Richtung Hohenzollernturm und Bismarckturm.

Etappe 2 – die Zwei Türme

Was klingt wir Tolkien, fühlt sich auch etwas an wie Auenland

Der Weg verläuft nun eher steigungsfrei auf einer Höhe von 300 Höhenmetern und wir umrunden, Bad Bertrich immer im Blick aus der Höhe, auf der östlichen Seite. Das Blütenmeer wird immer üppiger und schon bald nehmen unsere Fotostopps immer mehr zu. Der Weg macht Spaß und bietet die ein oder andere Aussicht ins Tal inklusive gediegener Sitzmöglichkeit, bis wir schließlich nach 2,3 Kilometern am Hohenzollernturm mit seinem roten Spitzdach auf dem Krahlberg ankommen. Eine großartige Aussicht über den Ort und das gesamte Tal eröffnet sich.

Der Hohenzollernturm wurde im Jahr 1896/1897 auf Anregung des sogenannten „Verschönerungsvereins“ erbaut. Dessen Statuten und Mitglieder*innenliste finden sich unter dem Wiki-Link. Finanziert wurde er in einer Art frühem Crowdfunding durch Spendenmittel. Errichtet wurde er anlässlich des 100. Geburtstages von Kaiser Willhelm I., wie so viele Bauwerke im Deutschland der damaligen Zeit, und man darf sagen, dass es dafür ein vergleichsweise bescheidenes Aussichtstürmchen ist.

Es folgt ein mehrminütiger, sachter Anstieg durch den weiterhin sehr hell und luftig erscheinenden Wald bis hinauf zum ebenfalls historischen Bismarckturm, dessen wendelartige Freitreppe im Inneren hinauf jedoch leider verschlossen ist. Der 14 m hohe und 1910 eingeweihte Turm, gelegen auf dem Berg Hohe Lay, ist für mich als gebürtigen Wittener besonders interessant, denn ein „Superintendent Dr. König aus Witten“ bildete im Sommer 1908 ein Komitee zur Errichtung eines Bismarckturmes, der dann durch Spendeneinnahmen finanziert wurde. Seine auffallend phallische Form ignorierend, bestaunen wir ihn aufgrund der verschlossenen Tür leider nur von außen. Es gibt in Deutschland noch ganze 147 (von einstmals 185) Bismarcktürme zu sehen und 28 (von vormals 56) im Ausland, eine leicht inflationäre Namensgebung. Hier findet Ihr eine Liste aller so benannter Türme

Etappe 3 – der Klidinger Wasserfall

Bergab, bergauf – Vorsicht Rutschgefahr

Die nächsten 3 Kilometer geht es ausschließlich bergab. Vom exponierten Bismarckturm folgen wir nun zunächst einem lauschigen Waldweg mit einer Kehre nach Südosten, bis wir auf einen breiteren, an diesem Tag teils recht matschigen Weg kommen, der auch von Waldwirtschaftsfahrzeugen benutzt werden kann. 

Der Weg führt uns in nordwestlicher Richtung nun weg von Bad Bertrich, in die Großrichtung Kennfus. Ohne eine einzige Steigung neigt sich der Weg beständig aber immer nur leicht nach unten, bis wir schließlich am Abzweig hinauf zum Klidinger Wasserfall, dem höchsten Wasserfall in der Eifel überhaupt, ankommen. Hier am Ufer des lauschigen Erdenbachs, gibt es einen schönen, hölzernen Picknicktisch mit Bänken und wir entschließen uns zu einer kleinem Stärkung bevor wir den Aufstieg hoch zum Wasserfall antreten.

Hier am Erdenbach ist auch die ideale Gelegenheit für alle Vierbeiner, sich ausgiebig zu erfrischen, was unsere Frieda auch sofort nutzt. Nach unserer kurzen Pause überqueren wir die metallene Brücke, an der der Einstieg zum Aufstieg hin zum Wasserfall mit Schildern am Baum deutlich markiert ist. An dieser Stelle verlässt man kurz den Rundweg, da man nach Besuch des Wasserfalls wieder hierhin zurückkehrt, um der Route weiter zu folgen. Man muss also nicht zum Wasserfall, ich würde es aber dennoch empfehlen.

Der kurze, aber sehr steile Aufstieg zum Wasserfall ist in Teilen mit einer im Fels und an Bäumen befestigten Kette gesichert und führt hier und da über einen kleinen Metallsteg. Ich denke, dieser Teilabschnitt des Weges ist der Grund, warum die Route insgesamt als schwer gekennzeichnet ist und gute Trittsicherheit empfohlen wird. Bei nasserem Wetter, als wir es vorgefunden haben, dürfte dieser schmale Steig mit seinen bemoosten Steinen durchaus sehr rutschig und schwer begehbar werden.

Es gibt sowohl die Möglichkeit sich dem auf 275 m befindlichen Wasserfall mit seinen 28 Metern Fallhöhe von oben als auch von unten zu nähern. Unten ist es dann auch heute durch das Spritzwasser sehr rutschig und ich darf aus eigener Erfahrung sagen, rutschiger, als es den Anschein hat. Aber hey, nasse Schuhe trocknen auch wieder.

Der Klidinger Wasserfall wird gerne als der Höhepunkt des gesamten Wanderwegs bezeichnet. Ich persönlich finde den Ort zwar sehr urig und würde auch unbedingt einen Besuch des Falls empfehlen, aber der Weg an sich bietet meiner Ansicht nach viele Höhepunkte. Und schließlich haben wir hier nicht einmal die Hälfte des Weges absolviert. Und nach dem Abstieg und der Rückkehr zum Rundweg geht es erst einmal nur noch bergauf. Also Luft holen und los.

Etappe 4 – Falkenlay & die Steinzeithöhlen

Auf zum höchsten Punkt der Tour

Vom Erdenbach und dem gefühlt tiefsten Punkt während der Tour geht es nun an einen langen, kontinuierlichen Aufstieg. Der Weg führt zunächst durch den Wald über einen breiten Weg in grob westlicher Richtung, östlich des 470-Einwohner-Örtchens Kennfus, das mit der Gebietsreform von 1975 von Bad Bertrich eingemeindet wurde, nach oben auf die Wiesen und im Frühling rapsbewachsenen Felder unterhalb des höchsten Punktes der Tour: Falkenlay. Wir erreichen die Stelle nach gut 10 Kilometern. Hier bietet sich uns ein weiterer atemberaubender Ausblick ins Üßbachtal und auf die umliegenden Wälder und Felder.

Der Name Falkenlay bezeichnet sowohl die auf 413 Metern gelegene Aussichtsstelle mit Schutzhütte, und zugleich ein 9 Hektar großes Naturschutzgebiet, das etwas unterhalb des Aussichtspunktes echte Steinzeithöhlen zu bieten hat, die nachweislich steinzeitliche Behausungen waren.

 

Und genau zu diesen Höhlen führt uns der Weg nun. Von der tollen Aussicht Falkenlay geht der Weg nun waldabwärts und wir gelangen an eine etwa 50 Meter hohe Felswand aus dunkler Lava-Schlacke, die sich vor Urzeiten nach einer Vulkan-Eruption aufgetürmt hat. Die Falkenlay ist der älteste Schlackekegel in diesem Vulkansystem. Hier kann man über einen schmalen und steilen Weg, einen kleinen Abstecher hinauf zu den Steinzeithöhlen machen, in denen zwischen 4.000 und 2.000 v. Chr. bewiesenermaßen steinzeitliche Jägergruppen gehaust haben. Mehrere kleine durchaus tief in den Fels gehende Höhlen, boten den damaligen Menschen guten Schutz gegen die Witterung.

Weit weniger alt, aber dennoch kulturhistorisch ist der hier zu findende Hinweis auf „den alten Lippi“, eine Romanfigur der in Trier geborenen deutschen Schriftstellerin Clara Viebig (1860 – 1952), eine der meistgelesenen Autor*innen im Jahr 1900. Ein Kuraufenthalt in Bad Bertrich inspirierte sie zur Geschichte des alten Lippi und weiteren Eifelnovellen, der als armer Bauer in den Steinzeithöhlen wohnte. Zwischen 2020 und 2022 wurde das Werk sogar vom Verein Falkenlay Film e.V. mit Laienschauspielern als „Lippis Erben“ verfilmt.

Polperro Cornwall
Polperro Cornwall
Polperro Cornwall
Polperro Cornwall

Etappe 5 – die Maischquelle

Ein unerwarteter Durstlöscher

Der Weg schlängelt sich nun von den Steinzeithöhlen ziemlich zielstrebig in Richtung Osten durch den Wald, um bei knapp Kilometern 11 des Weges in einer kleinen Lichtung zu münden. Hier findet sich die Maischquelle, eine sogenannte Schichtquelle. Durch den Versickerungsprozess durch die vulkanischen Ablagerungen, tritt das Wasser hier besonders gefiltert und somit sauber zu Tage.
Dennoch: als Trinkwasser wird das hier austretende Wasser nicht empfohlen.  

Als wäre das allein noch nicht idyllisch genug, haben die Dorfbewohner*innen von Kennfus hier einen Feierplatz für Dorffeste eingerichtet inklusive kleiner Schutzhütte. Das Besondere ist hier, dass sich in einem ständig mit frischem Quellwasser gekühlten Brunnen, diverse alkoholfreie und alkoholhaltige Getränke wie Limo oder Bier befinden, an denen man sich auf Spendenbasis mittels Geldeinwurfs in einen kleinen Kasten laben kann. Eine wundervolle Idee mitten im Wald und eine willkommene Rast.

Etappe 6 – die „Oase der Ruhe“

Große Ausblicke und der Anfang vom Ende

Nach der kleinen Rast mit dem unverhofften aber willkommenen Genuss eines Bierchens, setzen wir unseren waldigen Weg fort in Richtung Süden, vorbei an ein paar Holzskulpturen, und durch wirklich weiterhin unfassbar blütenreiche Waldstücke.

Der Weg knickt dann in Höhe des optional zu gehenden kleinen Weges zum Ausblick Geierblick in Richtung Osten ab und führt über ein paar offene Felder in Richtung Eifelhütte.

So ein wenig spürt man hier nun so langsam, dass sich die Tour ganz allmählich dem Ende zuneigt. Und ich meine nicht in den Beinen, sondern anhand der Richtung, die der Weg nun nimmt. Es geht wieder mehr in Richtung Bad Bertrich.

Nach etwa 12,5 Kilometern erreicht man dann an der Eifelhütte die sogenannte „Oase der Ruhe“, die aus großer Höhe von immer noch rund um die 400 m einen großartigen Ausblick auf Bad Bertrich und die umliegenden Berge und das Üßtal inklusive des Kondelwalds eröffnet, inklusive eines imposanten Überblicks über den ersten Teil der Route, den wir zu Beginn unserer Wanderung absolviert haben. Bänke und Relaxliegen laden hier zum Verweilen ein und der erhabene Eindruck dieses Ortes lassen einen die Einladung gerne annehmen. Wieder ein toller Platz für eine Pause.

Etappe 7 – der Palmberg Bad Bertrich

Eines der größten Buchsbaumgebiete nördlich der Alpen

Nun geht es bergab. Die letzte Etappe in Richtung Ziel – Bad Bertrich – immer im Blick, schlängelt sich der Weg in Richtung einer weiteren Aussichtsplattform mit dem schönen Namen Ruflay, die uns kurz nach Kilometer 13 erwartet und – na, wer weiß es – abermals einen schönen Blick auf das Dorf bietet.

Der Weg wird zunehmend schmaler und ist wirklich schön zu gehen durch seine leichte Abwärtsbewegung, die aber nicht zu steil ist. Ich finde, man kann ihn an dieser Stelle richtig genießen und es ist genau richtig, für ein entspanntes Auslaufen am Ende der Route.

Die Besonderheit hier – neben einer weiteren Aussichtshütte, der Viktoriahöhe – durchqueren wir hier eine botanische Besonderheit des Weges. Der westlich oberhalb von Bad Bertrich gelegene Hang ist bewachsen von unzähligen Buchsbäumen, durch die sich der Weg recht romantisch hindurchschlängelt. Der sogenannte Palmberg beherbergt unzählige dieser Pflanzen, deren Bestand hier mittlerweile sogar als Naturdenkmal eingetragen ist, so dass man hier eines der größten Buchsbaumgebiete nördlich der Alpen durchqueren kann.

Der botanische Name Buxus Sempervirens (immergrüner Buchsbaum) wird im Volksmund zu „Palm“, daher der Name dieses Gebietes. Der Sage nach haben die Römer die Samen in ihren Gewändern hierhergebracht – wer weiß. 

Und dann, Schritt für Schritt, kommen wir unserem Start, der auch unser Ziel ist – hey, es ist ein Rundweg – immer näher. Der Durst auf ein Weizenbier nimmt zu und die Schritte werden immer leichter.

Und nachdem wir auf dem letzten Kilometer von über 400 m Höhe auf 239 herabgestiegen sind, kommen wir glücklich nach einer, laut Komoot gemessenen, angeblich aktiven Laufzeit von 3,5 Stunden und 14,3 Kilometern wieder genau dort raus, wo wir losgegangen sind. Direkt am Parkhaus von Bad Bertrich. Die oben angegebene Gehzeit von 4,5 Stunden trifft es meines Erachtens aber eher.

DAS FAZIT:
Wie dem auch sei, dieser Weg trägt völlig zu Recht seinen Titel als Deutschlands schönster Wanderweg 2023. Und der Frühling ist in der Tat der perfekte Monat, um ihn zu laufen.

Anschließend suchen wir im Dorf noch ein kleines Café mit sonniger Terrasse auf, um uns mit Waffel, Kaffee und Weizenbier ein wenig für das Bezwingen des Weges zu belohnen.

Frieda hingegen feiert abends ihren Erfolg auf ihre ganz eigene Weise und chillt in einem kuscheligen Sitzsack, wie es nun Frieda kann.

Ungelogener Epilog

“Es gibt weltweit wunderschöne Ecken, die man zusammen mit seinem Hund zu Fuß erkunden kann, zum Beispiel einen der schönsten Wege, den Meraner Höhenweg. Wenn man sich aber in Deutschland umschaut, so wird garantiert jede*r in der direkten Umgebung eine Ecke finden, die es wert ist, bewandert zu werden. Jeder Weg kostet Kraft, gibt aber auch unglaubliche Energie zurück.

Also raus jetzt!“

Markus G. Sänger

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